#30zu30 – Spenden statt Schenken

2017 ist da Jahr, in dem ich 30 werde. Geburtstage habe ich immer gerne und ausgiebig gefeiert und den Vorgang des Beschenktwerdens dabei sehr genossen. Die Aufregung, die Spannung, das Auspacken – wer findet es nicht toll, auf diese Weise Aufmerksamkeit und Zuwendung zu bekommen? Doch je älter ich werde, desto mehr wird mir bewusst, wie insubstantiell und unbefriedigend ein materielles Geschenk ist. Ich bin sowieso schwierig zu beschenken, man kann es mir also nur mit wenig „recht machen“.

Vor ein paar Jahren fing ich dann an, Familie und Freunde um Qualitätszeit zu bitten. Gemeinsam verbrachte Zeit ist schöner als das tollste neue Geschenk, denn sie schafft Erinnerungen. Und die vergehen nie! Mit Freunden ins Kino, mit meiner Mutter auf Städtetrip, der Anruf des Ex-Kollegen nach ein paar Monaten… Das sind die Dinge, die mich wirklich glücklich machen.

In einem weiteren Schritt möchte ich dieses Glück nun verbreiten. Und was macht genauso glücklich wie Qualitätszeit? Helfen! Ich selbst versuche mich, zu engagieren, wo und wie ich kann. Wenn das nicht geht, ist Spenden eine vernünftige Alternative. Besorgte Bürger reden immer wieder darüber, wie uns Menschen aus anderen Ländern die Butter from Brot nehmen. Ich denke, dass es vielen in Deutschland gut geht und sie sich eigentlich keine Sorgen machen müssen. Lasst uns etwas von unserem Kuchen mit anderen teilen! Im Folgenden stelle ich daher 30 Organisationen und Initiativen vor, deren Anliegen mir am Herzen liegen. Diese Liste wird im Laufe von 2017 regelmäßig von mir aktualisiert werden.

#1 Nala e. V

Der Verein wurde von Fadumo Korn gegründet und setzt sich gegen Genitalverstümmelung ein. Auf Fadumo bin ich vor ein paar Jahren durch eine Dokumentation aufmerksam geworden. Ich bewundere den mutigen Weg dieser Frau und ihre Stärke als Überlebende eines so grausamen Rituals.

#2 Correctiv

Streng genommen ist Correctiv keine NGO, die sich für Menschen einsetzt. Indirekt tun es die Kollegen aber doch: Sie decken Skandale und Fehler im System auf. In Zeiten wie diesen, in denen „Lügenpresse“ skandiert wird, brauchen wir unabhängig finanzierte Rechercheure.

#3 2. Autonomes Frauenhaus Berlin

Gewalt und sexualisierte Gewalt in familiären Situationen ist immer noch ein Tabu-Thema. Das kann und darf nicht sein. Frauen, die aus einer bedrohlichen Situation flüchten müssen, haben im Frauenhaus eine Anlaufstelle.

#4 Berliner Tafel

Hunger gibt es auch vor der eigenen Haustür. Die Berliner Tafel nimmt Geld- und Sachspenden entgegen und hilft damit Menschen in schwieriger Situation. Wer kein Geld oder Essen spenden kann, hat die Möglichkeit, sich zum Beispiel als Fahrer zu engagieren.

#5 CSD Berlin

Die Welt ist nicht schwarz, weiß und grau. Die Welt ist bunt. Der CSD zelebriert LGBTIAQ Community und bietet eine Plattform abseits der Heteronormalität.

#6 Fränkischer Bund

Meine Nummer 6 ist ein wenig ironisch. Franken können gut und gerne für sich einstehen. Die Idee eines fränkischen Bundeslandes faziniert mich aber. Mit dem Übermaß an Repräsentation des Bayerischen in Medien, Kunst und Kultur kann etwas Heimatpflege sicherlich nicht schaden.

#7 SOS Kinderdorf

Kinder brauchen ein gutes und sicheres Zuhause. Dies können sie in den SOS Kinderdörfern finden. Ich selbst war mal in einem zu Besuch und mir gefiel das Konzept – eine neue Kernfamilie bilden, wenn die eigene keine Geborgenheit bietet.

#8 Berliner Schulpate

Wenn Mama und Papa Hartz IV beziehen, wie sollen sich Kinder dann Berufs- und Arbeitsleben vorstellen? Träume entwickeln? Eine Vorstellung von der Zukunft haben? Die Initiative Berliner Schulpate bringt Berufserfahrene der verschiedensten Felder und Branchen in die Grundschule und schafft damit einen Horizont für Kinder.

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