Ausbildung zum Social Media Manager & Community Manager

Viele Wege führen nach Rom. Wer im Netz nach „Ausbildung Social Media Manager“ sucht, wird mit Angeboten überschüttet. Man findet Studiengänge, Ausbildungen, Weiterbildungen, 3-tägige Präsenzkurse und Zertifikate im Fernstudium. Es ist erfreulich, dass der Markt nicht nur DIE EINE Ausbildung hat. Aber wie sollen sich zukünftige Social Media Manager und Community Manager in diesem Dschungel orientieren? Ohne jemanden, der die Laufbahn und die Erwartungen kennt und beraten kann, ist das fast unmöglich. In diesem Artikel zeige ich, welche Möglichkeiten der Weiterbildungsmarkt bietet – und was auf dem Arbeitsmarkt wirklich zählt.

Ausbildung zum Social Media Manager

Studium

Bisher sind Social-Media-Inhalte nur in wenigen medienwissenschaftlichen Studiengängen präsent. Aber es tut sich was! Immer mehr Hochschulen und Ausbildungsstätten nehmen Social Media Management und angrenzende Bildungsschwerpunkte in ihre Kurskataloge auf. Meistens handelt es sich um die Studiengänge Kommunikationswissenschaften, PR, Journalismus, Marketing und Betriebswirtschaft. Alternativ händigen Universitäten Social-Media-Zertifikate als Zusatzqualifikation für Geistes- und Medienwissenschaftler aus. Besonders positiv aufgefallen ist mir unter all den Optionen die Hochschule Furtwangen mit ihrem Online-Medien-Schwerpunkt (interessant zu wissen: aus dieser Schmiede kommen die Gründer von allfacebook.de).

Ob und wie die Angebote an den Universitäten und Hochschulen qualitativ hochwertig sind, ist von außen schwer zu beurteilen. Grundlegende Konzepte kann sicherlich auch jemand lehren, der nicht jeden Tag praktiziert. Bei einem Arbeitsfeld, das sich so schnell ändert, sehe ich aber eher die Anwender am Lehrpult. Denn sie sind es, die stetig Herausforderungen bewältigen und den Studenten damit die besten Lösungsstrategien aufzeigen können.

(Duale) Ausbildung

Um die sozialen Medien zu verstehen und Fans begeistern zu können, braucht es nicht unbedingt ein Studium. In den letzten Jahren habe ich vermehrt Kollegen kennengelernt, die Ausbildungen in den Bereichen Werbung, Marketing und Medien mitbrachten. Leider spiegelt sich das bisher kaum in den Ausbildungsordnungen wider (zumindest habe ich dazu bisher nichts gesehen). Ob sich das ändert, bleibt abzuwarten.

Weiterbildung zum Social Media Manager nach Studium oder Ausbildung

Studium

Wer gerade in den Job startet und endlich Praxis haben möchte, wird sicherlich nicht als erstes an ein Studium denken. Für diesen Weg spricht jedoch einiges! Im deutschsprachigen Raum gibt es einige formidable Zentren für Weiterbildungen im Bereich Medien und Marketing. In der Weiterbildung muss es nicht immer ein kompletter Bachelor oder Master sein. Je nach Zeit und Budget lassen sich Lehrgänge auch kürzer absolvieren und/oder mit einem Zertifikat verlassen. Beispielhaft sind die Leipzig School of Media, die Donau-Universität Krems und einige Schweizer Universitäten. An letzeren können Interessierte einen sogenannten Master of Advanced Studies (MAS) erwerben, der sich auch auf ein Diplom (DAS) oder ein Zertifikat (CAS) kürzen lässt. CAS/DAS zu Social Media habe ich schon mehrfach gesehen, und nach eingehender Prüfung kann ich die Inhalte empfehlen. Die Schweiz ist als Weiterbildungsort allerdings nicht gerade billig – auch wenn Studenten die Kurse online absolvieren. Hier ein Beispiel.

Eine wesentlich günstigere und weniger aufwändige Variante des Studiums sind MOOCs (Massive Open Online Courses). Zum Thema Social Media existiert eine kleine, aber feine Auswahl auf Coursera & Co. Zum Einstieg sind diese Kurse bestens geeignet!

Gerade beim Studium stellt sich nichtsdestotrotz wieder die Frage nach der Qualität der Angebote. Denn Lehrende sind nicht notwendigerweise Anwender. Kleiner Tipp: Auf Facebook gibt es so einige Gruppen von und für Social Manager. Einfach mal nach Erfahrungen fragen und mit jemandem sprechen, der den Lehrgang absolviert hat. Orientieren kann man sich zudem daran, ob namhafte (oder eben nicht nahmhaften) Dozenten im Lehrpersonal vertreten sind.

Weiterbildung bei Kurs- und Zertifikatsanbietern

Das ist die aktuell am weitesten verbreitete Methode, Social Media oder Community Manager zu werden. Führend in der Ausbildung waren lange Zeit die Social Media Akademie (an dieser habe auch ich meinen Kurs 2013 gemacht) und DAPR bzw. DEPAK, die mit der Prüfungs- und Zertifizierungsorganisation der deutschen Kommunikationswirtschaft (PZOK) verbunden waren. Die Lehrmethoden der Social Media Akademie – zeitlich und örtlich flexibel – fand ich äußerst angenehm, allerdings waren die Kurse bereits während meiner Teilnahme leicht veraltet. Ich hoffe, dass das mittlerweile korrigiert wurde.

sma_social-media-manager

Die PZOK stellt leider ihre Tätigkeit ein. Die Ausbildung wird von den Organisationen weitergeführt, aber Prüfung und Zertifizierung hat der Bundesverband für Community Management übernommen. Meines Erachtens ist das der Schritt in die richtige Richtung, denn zur weiteren Professionalisierung gehört auch eine konsequente Abtrennung der Ausbildung von PR-Themen. In meinem Umfeld wurde bisher die DEPAK besonders gelobt und einige namhafte Social Media Manager haben dort ihre Ausbildung absolviert.

depak_social-media-manager

In eine ähnliche Richtung wie die Kommunikationsorganisationen gehen die Journalismus-Schulen mit ihren Kursen. Davon halte ich aber grundsätzlich wenig, denn Journalismus ist nicht Social Media Management und umgekehrt. Dazu kommt, dass Social-Media-Kanäle von journalistischen Angeboten völlig anders bespielt werden als zum Beispiel von Ecommerce-Unternehmen. Eine Ausnahme besteht für mich dann, wenn die Dozenten selbst jahrelange Social-Media-Erfahrungen mitbringen. Eine meiner Volontärinnen hatte zum Besipiel an der Berliner Schule für Journalismus und Kommunikation eine Fachdozentin.

Interessanterweise habe ich auch bei der IHK schon Lehrgänge gesehen. Sie sind meist sehr kompakt gehalten. Auch hier sollten potentielle Social Media Manager deswegen besonders auf die Reputation der Dozenten achten.

Die größte Gruppe auf dem Markt der institutionellen Anbieter sind die gewinnorientierten Bildungsunternehmen. Von SGD über ILS bis hin zu lokalen Ausbildungszentren – es gibt eine Fülle von Kursen, Lehrgängen und Seminaren. Ich selbst habe 2009 diesen Weg gewählt und einen PR-Kurs gemacht. Aus dieser Erfahrung kann ich sagen, dass diese Anbieter sicherlich einen guten Überblick geben. Für eine patente Ausbildung mit Praxisanteilen und ordentlicher Prüfung sind sie aber die falschen Anlaufstellen.

Erwähnen möchte ich der Vollständigkeit halber die zahlreichen Praktiker, die Einzel- oder Kleingruppenunterricht geben. Das kann sich besonders bei konkreten Problemstellungen, allen voran Facebook Ads, lohnen.

Seminar oder Lehrgang? Präsenz oder Fernstudium?

Viele Anbieter versprechen, alles wichtige für den neuen Job in 3-tägigen Seminaren beizubringen. Finger weg, vor allem, wenn es teuer ist! Das kann und wird nicht funktionieren. Seminare sind immer dann eine gute Idee, wenn es um ein klar zu benennendes Problem geht. Allen, die sich ausführlich mit den Grundlagen vertraut machen wollen, empfehle ich einen länger dauernden Lehrgang. Ob das in Präsenzunterricht oder Fernstudium stattfindet, hängt vom individuellen Lerntyp ab. Grundsätzlich empfehle ich aber den Weg über die digitale Vermittlung. Im Job kommt es darauf an, Probleme und Herausforderungen digital zu lösen. So kann dieses Potenzial von Anfang an trainiert werden.

Mehr als ein Jahr ist nicht nötig, um einen umfassenden Einblick ins Social Media Management zu bekommen. Eine längere Weiterbildung macht nur Sinn, wenn auch angrenzende Fachbereiche gelehrt werden. Überschneidungen gibt es vor allem mit PR / Unternehmenskommunikation, Werbung, Marketing, SEO und Journalismus.

Nicht immer muss es eine formale Weiterbildung sein. Ich selbst habe zwei Volontärinnen in den Bereichen Social Media und Community Management ausgebildet. Bei beiden haben wir im Vorfeld die Ausbildungsinhalte und -ziele festgelegt, und dann in aufeinanderfolgenden Sessions gelehrt. Wenn du daran ingteressiert bist, diese Ausbildung selbst zu durchlaufen, setze dich gerne mit mir Kontakt. Meine Schwerpunkte sind nicht nur, aber auch Social Media Management für Publisher, für den Finanz- und Versicherungsbereich, alles rund um Kultur, und natürlich On-Domain Community Management (also das Community Management auf der eigenen Plattform).

Inhalte: Was wirklich nötig ist

Mit zunehmener Erfahrung habe ich erkannt, wie viel Sinnloses in meinen PR- und SM-Lehrgängen gelehrt wurde. Ja, es ist wichtig, dass man sich mit Strategie und Konzepten auseinandersetzt. Und ein Grundverständnis von Kommunikationstheorien kann auch nicht schaden. Aber die Bedienung von Facebook muss man nicht erklärt bekommen! Das kann man ganz allein lernen – und sogar viel Spaß beim Entdecken haben. Viel wichtiger als das Kleinzeug sind auf dem Arbeitsmarkt diese Punkte:

  • Strategie & Konzept / Ideenfindung / Recherche / Kampagnenplanung
  • verschiedene Netzwerke und ihre Wichtigkeit kennen
  • Kommunikationstechniken
  • Krisenkommunikation
  • Planung & Monitoring und die dazu nützlichen Tools
  • Grundlagen im Internet- und Medienrecht
  • Erstellung & Planung von Ads
  • journalistische Grundlagen, besonders Recherche & Themenfindung
  • Grundlagen im Webseitenaufbau, besonders Meta Tags
  • Photoshop-Kenntnisse
  • Grundlagen in Video-Produktion & -Schnitt
  • Grundlagen in SEO

Denn: Vorweisbare Erfahrung in diesen Aufgaben taucht als Erwartung immer wieder in Stellenanzeigen auf. Lehrgänge, die auf diese Herausforderungen vorbereiten, und es dann noch schaffen, dass der Auszubildende mit einem kleinen Portfolio abschließt, sind ihr Geld wert.

Sonderfall On-Domain Community Manager

Für On-Domain Community Manager gibt es bisher keinen Ausbilder. Wer sich für dieses Berufsbild interessiert oder zufällig dort hineingerutscht ist, den empfehle ich zum einen diesen Blog und meine Whitepaper. Zum anderen sind internationale Informationsanbieter wie CMX wesentlich mehr auf On-Domain CMs eingestellt. Dort finden sich auch immer wieder hilfreiche Artikel rund um das Thema Community Management auf der eigenen Plattform.

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Fragen zum On-Domain Community Management? Antworten & Tipps findest du in meinem gleichnamigen Whitepaper – kostenlos, unverbindlich und ohne Datenabfrage. Versprochen!

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