Mein #personalbrandmix: Botschafterin für On-Domain Community Management

Neulich begegnete mir auf Facebook ein Post vom Magazin t3n. Darin wurde gefragt, ob ein Studium an der Universität auf eine Karriere in der digitalen Wirtschaft vorbereite. Nach mehr als 5 Jahren in Startups und Mittelständlern im digitalen Bereich beantworte ich diese Frage klar mit nein. Entsprechend habe ich den Beitrag auch kommentiert. Aber warum? Einerseits waren die Inhalte viel zu theoretisch und hatten in der Retrospektive – Beispiel homo oeconomicus oder Geschäftsmodelle – recht wenig mit den Realitäten im Internet zu tun. Andererseits hat die Universität nur indirekt auf die Wichtigkeit des Netzwerkens hingewiesen.

In einem Bereich, in dem Jobs zu großen Teilen über persönliche Kontakte und Reputation vergeben werden, ist die Ausbildung einer einschlägigen öffentlichen Persona unerlässlich. Gut, vor 10 Jahren spielten die sozialen Medien kaum eine Rolle in der Lebenswelt von Professoren. Aber in der Digitalwirtschaft war es auch damals üblich, eigene Webseiten zu erstellen oder Projekte digital zu speichern. Besonders für Arbeiterkinder wie mich wäre es wichtig gewesen, über diese Möglichkeiten Bescheid zu wissen. Denn das Netzwerken lässt sich schon im Studium und nicht erst mit dem Jobstart beginnen. Zu diesem Zeitpunkt ist es eigentlich fast zu spät.

Blogparade #personalbrandmix von Kerstin Hoffmann aka PR-Doktor

In diesen Gedankenstrom fiel ein Aufruf der wunderbaren Dr. Kerstin Hoffmann, besser bekannt unter dem Markennamen „PR-Doktor“. In ihrer Blogparade ermuntert sie dazu, den eigenen Kommunikationsmix zu beschreiben und den Weg zur  Personenmarke zu schildern. Gesagt, getan!

Berufseinstieg leicht gemacht mit Personenmarken

Wann genau ich zu einer Personenmarke wurde, kann ich gar nicht genau sagen. Sicher ist, dass das sicherlich nicht das Ziel war. Nach dem Studium ging ich davon aus, dass ich einen Bürojob mit recht beschränktem Wirkungskreis haben würde. Professionelle Kontakte, bevorzugt in persönlicher Begegnung, machten für mich das Spektrum aus. Doch dann kam alles anders. Ich „landete“ nämlich im Online Community Management und fühlte mich dort recht wohl. Es machte mir Spaß, ich beherrschte es gut und ich hatte spannende Ideen zur Verbesserung.

Mit dem Berufseinstieg stellten sich aber unendlich viele Fragen: Wie handelt man die Community am besten? Welche Methoden eignen sich zur Loyalitätsförderung von Mitgliedern? Wie lässt sich der Erfolg im Community Management messen? Antworten fand ich in der sich in der Konsolidierung befindlichen Social-Media-Szene. Auf Blogs, auf Twitter und Facebook, aber auch in meiner Fortbildung zur Community Managerin (SMA) lernte ich Leuchttürme der „Szene“ kennen und profitierte von ihrer Expertise. Diese Vorbilder hatten sich über ihre Arbeit und ihr professionelles Auftreten eine beachtliche Followerschaft aufgebaut. Als Anfängerin, die noch grün hinter den Ohren war, schaute ich zu ihnen auf und fragte mich, ob mir das jemals gelingen würde.

Wo ist das On-Domain Community Management?

Das Problem in dieser Informationslandschaft: Für On-Domain Community Management, meine Spezialität, gab es kaum Angebote. Eine Lücke? Nachdem ich zu Beginn fast ausschließlich online unterwegs war (und gleichzeitig meine ersten Follower einsammelte), durfte ich in meiner Zeit bei gutefrage.net mit auf ein Barcamp. Zusammen mit dem Kollegen ging es auf das KrisenPR-Camp in Köln 2014. Dort lernte ich unter anderem auch Kerstin Hoffmann kennen. Und merkte, dass dieser Austausch eine ganz andere Dimension mit sich brachte. Ich lernte nicht nur viel in den Sessions, die ich besuchte und hielt, sondern nahm mal ebenso eine beachtliche Anzahl neuer Follower mit. Auf einmal war ich auf der Landkarte!

Mir wurde schnell klar, dass diese Profilierung eine ganz große Chance für das On-Domain Community Management bietet. In den folgenden Monaten erhielt ich mein erstes Jobangebot über Xing (der Aufbau einer eigenen Community bei Finanztip), baute meine sozialen Profile stückeweise weiter auf, hielt auf dem Community Camp 2014 zwei Spezialvorträge zum Thema und war 2015 auf meiner ersten Republica.

Erste Wahrnehmung

Dort passierte etwas ganz Unerwartetes. Auf dem Gelände stand Sebastian Riehle, genannt Socialmedia Doktor und unter diesen Namen selbst Personenmarke, in seinem weißen Kittel mit Umfrageboard. Ich kannte ihn von Twitter und war ganz begeistert, ihn nun „live“ sehen zu können. Enthusiastisch lief ich auf ihn zu und rief seinen Markennamen aus. Seine Aufmerksamkeit war mir damit sicher. Wir kamen ins Gespräch und Sebastian äußerte die Worte „Franziska Hauck? Der Name sagt mir was“. Für mich war das ein bedeutender Meilenstein, zeigte es doch, dass sich der Reputationsaufbau auf Personen außerhalb meiner unmittelbaren Bekanntschaft auswirkte.

Franziska Hauck und Community1x1 stehen für Expertise im On-Domain Community Management

Aber zurück zum Community Camp 2014. Mit den Themen „Aufbau einer Community auf der eigenen Webseite“ und „Interkulturelles Community Management“ hatte ich in unserem erlauchten Kreis einen Nerv getroffen. Mehfach fielen die Worte „du musst das mal aufschreiben“. Und weil ich immer mehr davon überzeugt war, dass wir ODCMs einen eigenen Raum brauchen, startete ich mein geheimes Spezialprojekt. In den folgenden Monaten schrieb ich mein bis dato erarbeitetes Wissen in mehreren Whitepapern und  Artikeln nieder. Im Okober 2015 eröffnete ich unter dem Markennamen Community1x1 dann diesen Blog. Die Resonanz war mehr als positiv. Meine Chefs, Fachkollegen wie Bekannte klopften mir auf die Schulter und ich war sehr stolz auf das, was ich bereits erreicht hatte. Furcht, dass mir die Themen ausgehen, bestand nie. Das On-Domain Community Management bietet so viele spannende Aspekte. Ich habe tatsächlich – Stand heute, Januar 2018 – gerade mal ein Viertel dessen aufgeschrieben, wa ich zu Anfang vorhatte.

Wie baue ich ein eigenes Forum auf?

Mein Whitepaper „Eine eigene Community aufbauen“.

Der Blog bot die Grundlage für meine Projekte abseits des Hauptjobs: Ein Vortrag bei der socialbar, Aufbau von Nischenwissen zu SEO in Communities auf der eigenen Plattform, Vorträge beim Community Camp 2016 zu SEO und Auswahl der richtigen Software, Speakerin bei einer unternehmensinternen Netzwerkveranstaltung, mein Kurs bei den Media Residents und Consulting von Firmen, die über eine eigene Community nachdenken. Mein Name ist synonym mit Erfahrung und Expertenwissen im On-Domain Community Management geworden.

Nach dem Kurs bei den Media Residents und Consulting bei Hamburg Aviation ist nun unser hauseigenes Projekt, die…

Gepostet von Franziska Hauck am Montag, 22. Januar 2018

 

Ziele meines #personalbrandmix

Mein Personal Branding hat drei Ziele. Erstens möchte ich auf dem Arbeitsmarkt als Expertin und Ansprechpartnerin wahrgenommen werden. Schon zweimal habe ich einen Job über diese Positionierung bekommen und immer hat dies zu einer Gehaltserhöhung geführt. Zweitens erschließe ich mir auf diese Art und Weise Einsätze als Kursleiterin, Speakerin und Consultant. Und drittens kann ich auf diese Weise mein Wissen an Fragensteller weitergeben, mich bei wichtigen Diskussionen einklinken und so zu einer Weiterentwicklung unserer Inhalte beitragen.

Als Personenmarke halte ich mit persönlichen Emotionen oder Befindlichkeiten mal zurück, mal nicht. Wo es mir wichtig erscheint, lasse ich meine Einschätzung einfließen und schreibe auch schon einmal einen Rant. Dabei habe ich mir jedoch klare Grenzen gesteckt. Wird es zu persönlich, habe ich keine Berechtigung oder würde ich jemanden bloßstellen oder angreifen, habe ich in der Öffentlichkeit keine Meinung (zu haben). Erfreulicherweise kam es, auch aufgrund unserer allgemeinen Offenheit in den Kommunikationsberufen, bisher selten zu diese Situationen. Im Gegenzug habe ich soweit kaum negative Reaktionen erlebt. Das ist mit öffentlichen Profilen nicht selbstverständlich.

Mein feministischer Tweet im @socialhub.io Mag. #FrauenandieMacht #social #Chefin

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Mein #personalbrandmix im Detail

  • Auf dem Blog Community1x1 zeige ich meine Expertise. Antwortsuchende im On-Domain Community Management und in angrenzenden Bereichen können mich darüber finden.
  • Facebook nutze ich hauptsächlich privat. Professionell ist es vor allem dann nützlich, wenn ich Fragen an mein Fachnetzwerk habe. So bekommen meine Kontakte auch mit, an welchen Themen ich gerade arbeite.
  • Für ODCMs habe ich eine Facebook-Gruppe zum Austausch eröffnet. Dort diskutieren wir Themen von Relevanz für unser Metier, posten Jobanzeigen und bilden eine wachsende Lobby für den Beruf.
  • Twitter hat für mich in den letzten zwei Jahren an Attraktivität verloren. In der Anfangszeit habe ich es vor allem zur Informationsbeschaffung genutzt. Aktuell dient es mir vornehmlich als Medium bei Events und zum Teilen meiner Fragen und Inhalte. 2018 will ich daruf wieder einen größeren Schwerpunkt setzen.
  • Events spielen eine große Rolle für mich. Regelmäßiger Austausch beim CM Stammtisch, der Besuch des Community Camps und die Teilnahme an Veranstaltungen in den Bereichen Marketing, PR, Startups & Co. erweitern mein persönliches Netzwerk und halten mich fachlich auf dem neuesten Stand.
  • Über Xing und Linkedin halte ich meine Kontakte über meine Bloginhalte auf dem Laufenden. Bei Jobvermittlungen (ich werde immer mal nach Empfehlungen gefragt) sind sie die besten Kanäle.
  • Aktuell behalte ich mir vor, Instagram nur stellenweise professionell zu nutzen. Einerseits zeige ich dort einfach zu gerne meine Kleiderauswahl vor. Andererseits fehlt mir auch die Zeit, immer adäquates und/oder rechtefreies Bildmaterial dafür zu finden oder selbst in guter Qualität zu produzieren. Womöglich ändert sich das in der Zukunft.

Im meinem Job ist Planung und Organisation sehr wichtig. Dagegen lasse ich es in meinem „Königreich“ etwas ruhiger angehen. Ich äußere mich immer dann, wenn ich eine Idee oder etwas Relevantes zu sagen habe. Da das meist eh der Fall ist, habe ich im Moment einen Output von einem Artikel pro Monat. Von Planungstools nehme ich Abstand, gerade weil ich sie beruflich nutze. Diese Freiheit gönne ich mir. Als chronisch kranker Mensch brauche ich zudem meine Rückzugszeiten. Wenn ein paar Tage lang Stillstand ist, bedeutet das meist, dass ich meine Batterien auflade und das für mich Vorrang vor allem anderen hat.

Grundsätzlich teile ich sehr viel und gebe einen tiefen Einblick in das, was ich tue. Ein paar Tabuthemen habe ich aber und diese werden an dieser Stelle auch nicht verraten 😉 Wenn ich etwas gepostet hatte, was mir im Nachhinein Magenschmerzen verursachte, konnte ich das meist problemlos löschen. Als Kommunikationsprofi sollte man sich aber grundsätzlich vor jedem Posting Gedanken zur Sinnhaftigkeit machen. Mit der Zeit habe ich eine goldene Mitte gefunden.

Exponiertheit beinhaltet auch Risiken: In meinem ersten Job hatte ich unter anderem einen Stalker. Das verfolgt mich bis heute und ich weiß nicht, ob er oder ein anderes, nicht wohlwollendes, Mitglied irgendwann vor mir stehen und mich bedrohen werden. Community Manager mit Klarnamen und Adresse auf dem Blog müssen sich, ähnlich wie Journalisten oder Sprecher, dessen bewusst sein.

Tipps für Neulinge

Was würde ich nach der Achterbahnfahrt der letzten Jahre Neulingen mitgeben?

  • Fangt auf jeden Fall früh mit dem Netzwerken an – ob per Social Media, per Events, per Praktika und Werkstudentenjobs, per Kurse, usw. Es ist nie ZU früh, um sich einen Namen zu machen.
  • Unterstützt andere, wo ihr könnt, aber verkauft euch nicht umsonst. Hilfsbereitschaft ist ein gelebtes Gut unter Kommunikatoren und ich bin immens dankbar für den Input, den ich dadurch bekommen habe.
  • Habt eine klare Vorstellung, wo ihr hinwollt und welche Personen in diesem Bereich wichtig sind.
  • Anpassen könnt ihr später immer noch.
  • Habt keine Angst vor Fehlern.
  • Lasst eure Persönlichkeit einfließen, aber schützt eure Privatsphäre.
  • Stellt Fragen! Gerne per PN, Tweet, Kommentar oder Rauchzeichen an mich.

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