Community Camp 2016: SEO, Software, Spaß!

Alle Jahre wieder… treffen sich Social Media und Community Manager auf dem Community Camp in Berlin-Charlottenburg. Zum mittlerweile dritten Mal in Folge war ich dabei und medias in res.

Ampelmännchen-Spaß beim #ccb16

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Im Gegensatz zu den Camps 2014 und 2015 habe ich nicht so arg viel Neues mitgenommen – aber dafür genetzwerkt, was das Zeug hält.  Es zeigt sich eben immer wieder, wie wichtig diese Plattform für uns CMs ist! Aber eins nach dem anderen…

Der Samstag ist beim Community Camp wie die Faschingsumzüge vor der Fastenzeit. 300 Teilnehmer surren durch die Gänge, es summt wie im Bienenkorb und zwischen Meeting-Raum und Büffet herrscht freudige Austauschstimmung. Auch dieser Samstag enttäuschte nicht. Der große Nachteil diesmal allerdings: Während der großen Vorstellungsrunde haben wir nur wenig verstanden, da so viel Gequatsche im Gange war.

Davon habe ich mich nicht abhalten lassen. Zwar war ich in der Planungsschlange bereits weiter hinten, aber ich habe für meine Session einen guten Slot um 15 Uhr bekommen. In den Jahren zuvor konkurrierte ich leider immer mit Thomas Schwenke, dessen Rechtsupdate allseits beliebt und begehrt ist. Diesmal habe ich mein Schildchen absichtlich einen Slot tiefer gehängt. Und siehe da – meine Session war gut besucht! Aber dazu später mehr.

Den Auftakt meiner Sessions machte der Facebook-Post-Vergleich der Urlaubspiraten. Schwarzer Tschernobyl-Humor in Polen, lange Posts in Frankreich und knackig im UK: Jedes Land, jede Kultur hat ihre eigenen Erwartungen und Herausforderungen. Wie sie das bei den Urlaubspiraten gelöst haben? Ausprobieren, Ausprobieren, Ausprobieren! Das gilt generell für soziale Medien, aber umso mehr in der interkulturellen Kommunikation. Einmal danebenlangen ist Teil des Lernprozesses.

In Session Nummer zwei wollte ich mich eigentlich darüber informieren, wie bei car2go User aktiviert werden. Das hatte ich vor nicht allzu langer Zeit aber schon bei der Mercedes Benz Social Media Night gehört. Stattdessen plauschte ich dann und gab während des Mittagsessens ein wenig Finanzberatung. Wie das eben so ist, wenn man zweieinhalb Jahre bei einem Verbraucherfinanzportal verbracht hat…

Das Rechtsupdate von Thomas Schwenke konnte ich 2016 endlich selbst besuchen! Das Problem war allerdings, dass ich alles schon kannte, weil ich den Rechtsblogs gefolgt war. Doppelt gemoppelt hält bekanntlich besser.

Am Ende blieb mir viel Zeit, um meine Session vorzubereiten. Man müsste meinen, dass 15 Minuten ausreichen, um einen Laptop mit Präsentation zum Laufen zu bringen. Kurz vor Beginn streikte mein Computer dann aber und ich musste einen Kollegen bitten, mir seinen Mac zu leihen. Ein Hoch auf die Produkt- und Community Manager von Motor-Talk! Mit leichter Verzögerung begann ich mit meinem Vortrag. Was war das für eine Freude! Ich sah viel Nicken, es kamen tolle Rückfragen und zu Ende hin hatten wir eine ausgewogene und spannende Diskussion. SEO für Communities bewegt mehr CMs als ich dachte und ich traf definitiv einen Nerv.

Bianca von Motor-Talk leitete im Anschluss eine Session zu Trollen. Im Diskurs stellte sich schnell heraus, dass Communities in den Medien ein negatives Bild haben – wegen besagter Saboteure. Und dass die Methoden zur „Bekämpfung“ in Erläuterung, Humor und Ignorieren liegen. Für mich war das wenig Neues, aber es ist gut zu wissen, dass es a) anderen ähnlich geht und b) keiner ein Patentrezept hat.

In der Session von Annie von Lumas war ein Hypethema im Fokus – Influencer Marketing beziehungsweise Kollaborationen. Es war interessant für mich zu hören, wie Kollegen das bisher angegangen sind und was sie davon halten. Als genereller Konsensus stellte sich heraus, dass diese Art von Beziehungspflege genuin und gut gemacht sein muss. Sonst ist die ganze Anstrengung herausgeworfenes Geld. Eine leichte Tendenz weg vom Influencer hin zum Superfriend wurde ebenfalls deutlich.

Beschlossen haben wir den Abend wie jedes Jahr bei geselligem Zusammensein. Zum Hecht, der traditionellen Partylocation, schaffe ich es nach einem so langen Tag nie. Es muss hart gefeiert worden sein, denn am Sonntag hatte sich unsere Zahl mirakulöserweise von 300 auf 140 reduziert. Die können doch nicht alle von Berlin verschluckt worden sein?

Die Sessionplanung war jedenfalls wesentlich ruhiger und damit angenehmer. Ich habe auch am zweiten Tag einen guten Slot bekommen.

Zunächst zog es mich in die Session zweier Kolleginnen von großen Konzernen, die aus ihrer Praxis mit „Working out Loud“ berichteten. Mit dieser Methode sollen selbst zurückhaltende Offliner zum internen Austausch bewegt werden. Für meine Arbeit bei Mila habe ich die ein oder andere Anregung mitgenommen, auch wenn das mit dem Konzern noch ein wenig dauert 😉

Nachdem ich meinen großen Laptop mitgenommen hatte, funktionierte die Technik in meiner Session reibungslos. Mein Vortrag zu „Die richtige Forensoftware“ war für den Qualitätssonntag ordentlich besucht und dauerte nur 20 Minuten. Daher konnten wir Anschluss noch ausgiebig über die Implikationen für Community-Produktentwicklung, Produktfeatures und sogar Stalking diskutieren. Es tut jedes Mal wieder gut, zu merken, dass andere mit den gleichen Problemen kämpfen und kreative Wege zur Lösung finden.

Nach dem Mittagessen ging es weiter mit einer Session der Telekom-Kollegen zu Offline-Vernetzung. Große Erfolge brachten bisher interne Barcamps, und Transparenz bis in die höchste Hierarchieebene (Teilnehmer konnten eine Vorstandssitzung besuchen).

Tanja, eine Veteranin im On-Domain Community Management, hatte für Plattform-CMs noch eine Session zum Austausch eingestellt. Von Forensterben über Aktivierung bis hin zu Gaming – in einer Stunde deckten wir so ziemlich den gesamten Arbeitsalltag von uns On-Domain CMs ab. Ich nehme für mich das kuschelige Gefühl einer Supportgruppe und viele gute Einsichten mit. Ich hoffe, dass wir das nächstes Jahr auch wieder auf die Beine gestellt bekommen!

Nach dem Community Camp ist vor dem Community Camp und so freue ich mich jetzt schon auf das #ccb17. Wie Klassentreffen, nur besser! Ein großer Dank ans Organisationsteam.

Wen es interessiert – meine Artikel und die Slides zu den Sessions:

SEO für Foren & Communities – ArtikelSlides

Die richtige Forensoftware – ArtikelSlides

 

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Was ist On-Domain Community Management? Alles Wichtige hat mein Whitepaper.
Auf der Suche nach Infos zum Community Camp? Gibt’s hier.

 

Alle Beiträge zum Community Camp 2016 in der Blogosphäre:

„Social Intranets sind die Trojanischen Pferde der Kulturveränderung im Unternehmen!“: Rückblick auf das CommunityCamp 2016, Sabine Kluge

#ccb16: „Das“ Treffen der Community Manager, Christian de Vries

Community Camp Berlin 2016 – Die besten Tweets und wichtigsten Learnings, Linda Schmitt

Digital Leadership & Einhörner: Das Communitycamp Berlin in Zahlen, Thomas Grünberg (Brandwatch)

Klassentreffen der Geeks: Rückblick auf das CommunityCamp 2016, Romina Zeller

Rückblick auf das Communitycamp Berlin, Sebastian Riehle

Rückblick auf das Community-Camp Berlin 2016, Melanie Unbekannt

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