Verifizierungsmaßnahmen für die Mitgliederregistrierung

Communities sind anonym. Na ja, zumindest die meisten! Zunehmend vernetzen Communities Menschen auch im „echten“ Leben und hier kommt für die Betreiber von Plattformen eine gewisse Verantwortung ins Spiel. Wer vorhersehen kann, dass sich Mitglieder häufig treffen werden, muss sicherstellen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Nutzer dürfen sich nicht mit einem Fake-Profil registrieren, oder müssen wenigstens mit einem glaubhaften Profil auftreten. Das bedeutet, potentielle Mitglieder müssen sich verifizieren. Zur Festellung der Personalien ziehen Kontrolleure normalerweise Ausweispapiere wie den Personalausweis oder den Reisepass heran. Oft reicht auch der Führerschein.

In manchen Communities ist eine rigorose Überprüfung nötig, in anderen reicht es, wenn der Beweber überzeugbar seine Identität versichern kann. Verschiedene Forenbetreiber in Deutschland haben unterschiedliche Methoden gefunden. Ihr steht vor einer Entscheidung zur Verfizierung Eurer Mitglieder? Lasst euch von den folgenden Beispielen inspirieren!

InterNations – Bewerbung / ‚Invitation only‘

InterNations Registrierung

Mein alter Arbeitgeber startete ursprünglich als ‚Invitation only‘-Community. Dieses Gefühl der Exklusivität hat ihnen am Anfang sicherlich gutes Wachstum in finanzstarken Kreisen beschert. Irgendwann kam die Öffnung und mit ihr die Frage, wie die hohe Qualität des Netzwerks beibehalten werden kann. Die Idee: Bewerber schreiben bei ihrer Registrierung einen kurzen Text darüber, was sie zum „Global Mind“ macht. Mitarbeiter schalten die Bewerbungen dann anhand des Inhalts frei. So lässt sich relativ leicht herausfinden, wer in die Community passt – und wer nicht. Mit dieser Methode lernen die Betreiber potentielle Mitglieder schon von Anfang an kennen. Das ist ein unverzichtbares Element in einer Community, deren erklärtes Ziel Offline-Treffen sind.

Nebenan.de – Dokument, Anruf oder Postkarte

Nebenan.de Verifizierung Nebenan.de Verifizierung Nebenan.de Verifizierung

Vor kurzem stieß ich auf Nebenan.de. Die Nachbarschaftscommunity hat das Ziel, Kiez-Bewohner häufig zusammenzubringen. Kerngedanke ist, dass Leute in der großen, anonymen Stadt wieder einen vertrauenswürdigen Zirkel um sich haben sollten – mit allem, was dazugehört. Beim Nachbarn leiht man sich ein Ei, den Werkzeugkoffer oder die Leiter und die ältere Dame freut sich über das Vorlesen der Zeitung. Menschen, die in der Nähe wohnen, sollte man vertrauen können. Anstatt aber alle Bewerbungen kleinteilig mit aufwändigem Video-Ident zu betreuen, haben sich die Macher von Nebenan.de dei schlaue Methoden ausgedacht. Potentielle Mitglieder können sich zwischen dem Foto eines Dokuments, einem Anruf der Firma oder einer Postkarte entscheiden. Ich habe letzteres ausprobiert und war sehr zufrieden. Das Risiko, dass Interessenten abspringen, ist hier höher. Insgesamt finde ich die Angebote pfiffig und genau richtig für diese Art von Community (in ähnlichen Foren wird das übrigens ohne Verifizierung gehandhabt).

Poppen.de – Video-Ident und Konto-Code

Registrierung Poppen.de

Im Oktober 2014 hatte ich das Glück, die Barcamp-Session vom Poppen.de-Team hören zu dürfen. Abgesehen davon, dass es sehr unterhaltsam war, wurde doch klar, welche Herausforderungen eine Erotik-Community hat. Einfach so Registrierungen zuzulassen, kann zu unangenehmen oder gar gefährlichen Situationen führen. Größte Sorge: Minderjährige finden ihren Weg auf die Plattform und verabreden sich (willentlich oder unwillentlich) mit Mitgliedern. Um dem vorzubeugen, können Neulinge ein Foto von sich mit Personalausweis und einem Zettel, auf dem Poppen.de und das Datum steht, einschicken. Des weiteren gibt es einen Konto-Check: Ein kleiner Betrag wird abgebucht und damit die Identität festgestellt.

Wo wir ohnehin beim Thema Kinder und Jugendliche sind: Wie werden ihre Communities vor missbräuchlichem Zugriff geschützt? In meiner Recherche fand ich mehr Foren OHNE Schutzmaßnahmen als mit. Das ist erschreckend! Zu loben sind in diesem Bereich die öffentlich-rechtlichen Sender. Bei ZDF tivi und bei mein!KIKA füllen Kinder zunächst online die Anmeldung aus. Sie müssen angeben, wie die Betreiber ihre Eltrn kontaktieren können. Erst nach Bestätigung durch ein Elternteil kann das Kind dann die Community voll nutzen. Zudem werden alle Inhalte inhaltlich moderiert.

mein!KIKA Elterninfo

Welche weiteren Verifizierungsmaßnahmen kennt ihr? Was findet ihr besonders gut oder (noch) nicht so gut gelöst?

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