Häufige Vorgesetztenwechsel im Community Management

Vor ein paar Tagen hatte ich eine Erkenntnis. Mitten in der Arbeit wurde mir schlagartig klar, dass mein Job gar nicht so stetig ist, wie er scheint. Einerseits bin ich natürlich mitsamt Stelle & Firma nach Berlin gezogen. Andererseits hatte ich in den letzten zwei Jahren so einige Vorgesetzte. Man könnte jetzt sagen: Startup eben. Und zu einem großen Teil ist das auch so (ich selbst habe öfter gewechselt als mir eigentlich lieb war). Aber durch den Umzug, die Einstellung von designierten Geschäftsführern und dem Ausscheiden eines Geschäftsführers ergaben sich diese Personalwechsel recht natürlich. Und das ist mir bisher nie aufgefallen. Bei uns gibt es vier Hierachieebenen, ich bin auf der letzten. Damit hat man es mitunter mit bis zu drei Ebenen von Vorgesetzten zu tun. Da diese in meinem Bereich nur theoretisch existieren, waren es für mich eher zwei. Zuerst war ich im Online Marketing mit einem Abteilungsleiter aus dem Bereich SEO. Außerdem gab es einen Eigentümer, der auch als Geschäftsführer fungierte. Nach dem Umzug war ich in der Kommunikationsabteilung mit einer Leiterin, die zuvor Redakteurin war und PR gemacht hatte. Daneben gab es einen Chefredakteur und einen zweiten Geschäftsführer. Seit kurzem bin ich im Team Produkt & Nutzer, das bald einen Teamleiter mit Marketinghintergrund haben wird. Unser neuer, zweiter Geschäftsführer fungiert aktuell als Team Lead. Mit allen war oder bin ich in regelmäßigen Meetings. Mitgekommen? Wohlgemerkt: Das sind nur zwei Jahre…

Wir alle wissen: Einem Vorgesetzten, der noch nie Social Media oder Community Management gemacht hat, unsere Aufgaben und Herausforderungen zu erklären, ist eine Sisyphos-Arbeit. Wir selbst haben uns ja langatmig und jeden Tag aus Neue eingearbeitet. Gefühlt gibt es ja alle zwei Wochen eine Äderung… Aber dann gleich mehreren Vorgesetzten hintereinander erklären? Kein Zuckerschlecken. v. a. wenn reine Marketing- und/reine Zahledenke vorhanden ist. Nicht, dass es schadet… Im Gegenteil, aber unser Job ist eben nie NUR Marketing oder Zahlen. Ich für mich habe ein paar goldene Regeln entwickelt, um den Übergang von meiner Seite aus einfacher zu gestalten:

Dokumentation erstellen

Führungskräfte lieben strukturiert aufbereitete Informationen. Wer einen Wechsel vorhersehen kann, sollte sich rechtzeitig durch intensive Dokumetation vorbereiten. Das können die Forenregeln, aber auch Moderationsrichtlinien, Vorlagen, Krisenkommunikationskonzepte, etc. sein. Mail an den Chef mit Anhang, voilà! Das ersetzt kleinteilige Diskussionen.

auf weiterführende Lektüre & diesen Blog verweisen

Es gibt unglaublich viele tolle Blogs in unserem Bereich. Ob schwindt pr, allfacebook oder Futurebiz: Die Chefin kann sie einfach auf Facebook oder Twitter abonnieren und so „im Vorbeigehen“ über euren Job lernen. Und da gibt es ja noch diesen Blog names Community1x1, der sich auch mit dem Arbeitsalltag beschäftigt 😉 Im Ernst, ich habe schon oft auf meine Artikel verwiesen.

den GF / TL an der Arbeit Teil haben lassen

Im Englischen gibt es den Begriff „Shadowing“. Er bezeichnet die temporäre Begleitung eines Mitarbeiters durch einen anderen Mitarbeiter. Der Chef versteht partout nicht, was ihr macht? Dann setzt er sich am besten einfach mal daneben und schaut euch bei eurer Magie zu!

Case Studies präsentieren

„Ja, also das eine Mal, da ist das alles gut gegangen!“, sagt wer? Chefs sind notorisch ungläubig, weil auch sie erst einmal lernen müssen, welchen Mitarbeitern sie blind vertrauen können. Vage Aussagen sind schwammig und stärken eure Position nicht. Wenn ihr mal einen spannenden Fall habt, notiert euch alles Wichtige. Am besten macht ihr auch Screenshots oder sammelt die dazugehörigen Zahlen. Bei der nächsten Rückfrage der Chefin könnt ihr das vorbereitet aus dem Hut ziehen. Sie wird viel schneller durchdringen, was dahintersteckt.

Zahlen, Zahlen, Zahlen

Die guten alten Zahlen. Erklärt eure Arbeit nicht ausschließlich auf sozialer Ebene. Zeigt, was ihr bereits getan habt und wo ihr hin könnt / wollt.

Kleinigkeiten erläutern, wenn nötig, um Verständnis zu schaffen

Keine Chefin der Welt will Kleinigkeiten hören. Ihr wollt keine Kleinigkeiten erläutern müssen. Manchmal ist das aber notwendig. Die Chefin soll euch richtig wahrnehmen. Wie kann sie das, wenn sie euer Handwerk selbst nicht praktiziert oder mit euren Arbeitsschritten nicht intim vertraut ist? Gerade bei Neuerungen und neuen Möglichkeiten braucht es einen Erklärsatz, der sie Grenzen aufzeigt, denen wir begegnen (Format, monetär, Reichweite, etc.).

Nutzer sprechen lassen

Worte nützen gar nichts, wenn euer Chef nicht merkt, welchen Unterschied eure Arbeit jeden einzelnen Tag macht. Neue Chefs können das sowieso nur sehr schwer einschätzen. Ihr habt ein Kompliment bekommen oder jemand hat sich bedankt? Es gab wichtiges Feedback? Erwähnt das im Meeting oder leitet dem Chef den Kommentar weiter. Das ist das beste Testimonial, das ihr kriegen könnt.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Antwortet mit einem Kommentar oder kontaktiert mich über meine sozialen Kanäle!

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