Eine eigene Community aufbauen

Eine eigene Community aufbauen – das ist keine leichte Sache! Schon gar nicht, wenn es sich um das eigene Forum beziehungsweise die eigene Diskussionsplattform handelt. Egal ob Unternehmen, Verein oder Privatperson: Wer eigenhändig ein Diskussionsforum aufbauen möchte, sieht sich vielen Herausforderungen gegenüber.

Ganz zu Anfang stellt sich die Sinnfrage: Macht es überhaupt Sinn, den Stakeholdern eine eigene Plattform zur Verfügung zu stellen? Reicht es aus, Facebook oder Yammer zu nutzen?

Ist diese Frage beantwortet, kommen die weichenstellenden Entscheidungen: Wie soll das Forum aufgebaut sein? Wer übernimmt die Verantwortung? Wie können die Stakeholder in einer zunächst leeren Plattform eingebunden und motiviert werden? Und wie verdient man mit dem Forum Geld?

Das Whitepaper „Die autarke Domäne: Eine eigene Community aufbauen“ erklärt die Schritte hin zum fertigen Forum und beantwortet alle wichtigen Fragen. Es bietet Entscheidungshilfe, erläutert alle zur Verfügung stehenden Optionen und gibt Verantwortlichen einen grundlegenden Leitfaden zum Communityaufbau.

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Forum aufbauen

Auszug:

Von privat zu privat? Kommerziell? Unternehmen oder Non-Profit?

Es mag so scheinen, als ob gut funktionierende Communities immer aus dem Umfeld eines Unternehmens stammen. Das muss nicht zwangsläufig so sein! Auch wenn Firmen und Organisationen eher über die Mittel, das Know-How und die notwendige Manpower verfügen, dürfen die vielen privat-initiierten Communities nicht vergessen werden. Nicht zuletzt dank der „Bastlermentalität“ sind viele Foren in Deutschland beheimatet oder richten sich an den deutschsprachigen Raum. Meist handelt es sich dabei um das klassische Forum, das Software basiert, die im Handel erhältlich ist. Privatleute sollten sich darüber klar sein, dass der Aufbau eines solchen Forums fortgeschrittene technische Kenntnisse benötigt. Auch rechtliche und moderative Aspekte spielen bei der Einrichtung eine wichtige Rolle.

Unternehmen und Organisationen sehen sich anderen Herausforderungen gegenüber. Während zum Beispiel ein privates Forum die Zielgruppe eher Schritt für Schritt und durch Netz- und Mundpropaganda aufbaut, kann (und muss!) eine Firma gezielt Maßnahmen ergreifen, um Mitglieder zu rekrutieren. Dafür müssen im Gegenzug Kosten für Personal und Marketing in Kauf genommen werden.

Privatpersonen wie Unternehmen sollten im Vorfeld die Rahmenbedingungen klären und herausfinden, ob sie wirklich eine eigene Community benötigen und in welchem Umfang die Community geführt werden soll. Dies können sie anhand der folgenden Checklisten tun.

Checkliste zum Communityaufbau für Unternehmen

  • Haben Ihre Kunden / Stakeholder großen Kommunikationsbedarf mit Ihrem Unternehmen?
  • Haben Ihre Kunden / Stakeholder Austauschbedarf untereinander?
  • Sind die Fragen, die Ihnen gestellt werden, komplex oder schwierig zu erklären? Ist die Beantwortung von Fragen sehr zeitaufwändig?
  • Bekommen Sie viele E-Mails, die Sie einzeln gar nicht beantworten können? Erwarten Ihre Kunden / Stakeholder schnelle und kompetente Antworten?
  • Verfügen Sie über genügend Personal für ein größeres Projekt oder können Sie ein Team mit Verantwortung und Kompetenz dafür aufbauen? Können Sie sich bei großem Erfolg vorstellen, eine eigene Abteilung zu schaffen, also das Team nicht in Kommunikation / PR / Marketing / Kundenservice anzusiedeln?
  • Sind Sie bereit, ein Budget für das Projekt bereitzustellen? Sind Sie bereit, die Kosten für Rechtsberatung und Unterstützung aus externen Agenturen zu übernehmen?
  • Sind Sie bereit, Kritik an Ihrem Unternehmen auf eigenen Seiten diskutieren zu lassen? Sind Sie bereit, Kritik zu anderen Unternehmen und die daraus resultierenden, möglichen rechtlichen Fallstricke in Kauf zu nehmen?
  • Ist es Ihnen wichtig, Ihre Zielgruppe auf direktem Weg zu erreichen? Sind Ihre Botschaften auch über ein soziales Netzwerk vermittelbar?
  • Ist Ihre Zielgruppe online erreichbar oder wird sie es in den nächsten Jahren absehbar sein? Nutzt Ihre Zielgruppe Foren und soziale Medien? Wie loyal ist Ihre Zielgruppe – würden sich Kunden / Stakeholder extra bei Ihnen registrieren und austauschen?

Wenn Sie die meisten Frage mit Ja beantworten können, dann sollten Sie eine eigene Community einrichten. In den folgenden Abschnitten wird erläutert, wie Sie ein solches Projekt realisieren können.

Außerdem sollten Sie sich im Vorfeld über folgende Fragen Gedanken machen:

  • Sollen die Inhalte öffentlich, nur für bestimmte Zielgruppen oder intern sein?
  • Wir persönlich und unternehmensnah möchten Sie die Community gestalten?
  • Wollen Sie die Inhalte monetarisieren?
  • Wie wollen Sie mit kritischen Inhalten umgehen? Haben Sie ein Konzept für Krisenkommunikation?
  • Wie verknüpfen Sie die Community mit anderen Kommunikationskanälen (E-Mail, Telefon, Social Media)?

Die folgenden Fragen können Ihnen als Privatperson dabei helfen, herauszufinden, ob sich die Einrichtung eines Forums für Sie lohnt:

  • Können Sie die Interessierten über soziale Medien erreichen, zum Beispiel über eine Facebook-Gruppe?
  • Ist der Bedarf rund um das Thema so groß, dass die Einrichtung eines Forums sich lohnt? Können Sie das mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln herausfinden? Haben Sie Nachfragen zu einer möglichen Plattform erhalten?
  • Haben Sie die technischen und organisatorischen Voraussetzungen? Kennen Sie Menschen, die Ihnen helfen können, wenn nicht?
  • Bewältigen Sie das Projekt alleine oder haben Sie Unterstützung (zum Beispiel andere Interessierte)?
  • Benötigen Sie einen Gewerbeschein oder müssen Sie eine Firma gründen? Wie werden Sie rechtliche Fallstricke vermeiden? Gibt es in Ihrer Region eine Existenzgründerberatung?
  • Möchten Sie Ihre Community monetarisieren? Sind Sie bereit, Kontakt zu den entsprechenden Vermittlern herzustellen?
  • Können Sie in der Anschubphase die Zeit bereitstellen, um die Community technisch aufzubauen? Haben Sie eine Vorstellung davon, wie Sie die Interessierten für das Wachstum motivieren und einbinden können?