Interkulturelles Community Management

Im Community Management haben sich mittlerweile viele Spezialisierungen herausgebildet: Games, intern, Events, themenorientiert. Besonders auf eigenen Plattformen ist der Spezialisierungsgrad hoch. Das wird aber vom breiteren Fachpublikum oft nicht wahrgenommen oder anerkannt, denn noch sind in Deutschland die meisten Communities nicht- oder nur semi-professionell. Es herrscht ein Skalierungsproblem: Wenn nur wenige Unternehmen und Organisationen eine eigene Herangehensweise entwickelt haben – so genial sie auch sein mag – wird das in der Social Media-Landschaft kaum sichtbar.

Der interkulturellen Dimension ergeht es ähnlich: Obwohl der Migrationsanteil in Deutschland stetig zunimmt und internationale Communities bei den großen Marktplayern gang und gebe sind, hat „interkulturelles Community Management“ bisher kaum im Fachaustausch stattgefunden. Interkulturell kompetente Fachkräfte gibt es viele – nur die wenigsten finden ihren Weg ins Social Media und Community Management. Und selbst wenn Fachkompetenz vorhanden ist oder entwickelt wird: Es braucht eine eigene Betrachtungsweise der Vorteile und Konfliktpotenziale im interkulturellen und internationalen Austausch in Communities.

Im Whitepaper „Interkulturelles Community Management“ gebe ich einen Überblick über die drängendsten Herausforderungen und biete Lösungsansätze für Entscheider.

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Interkulturelles Community ManagementAuszug:

Eine Definition von „Interkulturellem Community Management“

Die „reine“ Arbeit auf, mit und in den sozialen Medien kann keinem der bekannten Fachgebiete vollständig zugeordnet werden. Je nach Ausrichtung spielen Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Journalismus oder Grafikdesign eine Rolle. Community Management ist selbst eine interdisziplinäre Fachrichtung. Noch schwieriger wird es, wenn man den interkulturellen Aspekt mit umfasst. Interkulturelle Studien werden an den Universitäten wahlweise den Kulturwissenschaften, den Kommunikationswissenschaften, den Wirtschaftswissenschaften oder den Politikwissenschaften zugeordnet. Die Definitionen reichen von sehr theorielastig bis hin zu praktisch.

In der Arbeitsrealität charakterisieren sich die kombinierten Felder durch die folgenden Aspekte oder einen Mix daraus:

  • Kontakt zu und Austausch von Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen
  • Internationale Ausrichtung der Community, ihrer Mitglieder oder ihres Themenschwerpunkts
  • Diskussionen drehen sich, zumindest gelegentlich, um Immigration / Emigration und Expatriation sowie Reisen
  • Englisch oder eine andere Sprache als lingua franca
  • bilingualer oder multilingualer Gebrauch
  • Mitarbeiter mit Migrationshintergrund oder multikultureller Prägung

Als Sammelbegriff bietet sich „interkulturelles Community Management“ an. Interkulturalität steht als Konzept für Internationales, Bi- oder Multilingualität und den Auseinandersetzung zwischen Menschen verschiedener Kulturen. Auch wenn Social Media Management der bei weitem der populärere Begriff ist, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass der Beziehungsaspekt seit jeher dem Community Management zugeordnet wurde. Ob und wie die Content-Planung und -Produktion dem Community Management zugeordnet wird, ist bisher ebenfalls sehr unterschiedlich ausgelegt.

„Interkulturelles Community Management“ bezeichnet damit alle interkulturell geprägten Kontaktpunkte und Szenarien im Management von Beziehungen in Online-Communities.